Sehende nehmen Websites visuell-holistisch wahr (Layout, Farben, Hierarchie), während Hörende (beispielsweise mit Hörgeräten) auf klare Struktur und Textqualität angewiesen sind. Barrierefreiheit gleicht das durch redundante Codierung aus.
Wahrnehmung bei Sehenden
Sehende scannen Websites in Sekunden: Layout, Farben, Bilder und Typografie vermitteln Inhalt intuitiv.
Dominanz visueller Hierarchie: Überschriften, Bilder, Farbcodes (grün = OK) leiten den Blick.
Parallelverarbeitung: Text + Grafik + Animation werden simultan erfasst.
Kontext aus Gestaltung: Hover-Effekte, Scroll-Animationen signalisieren Interaktion.
Problem: Bei Sehbehinderung (etwa Tunnelblick, Farbenblindheit) kollabiert das. Screenreader linearisieren alles zu Textströmen.
Wahrnehmung bei Hörenden (Schwerhörige/Taube)
Hörbehinderte nutzen Websites primär visuell, aber mit Einschränkungen bei akustischen Elementen.
Text + Gebärdensprache priorisieren: Videos brauchen Untertitel/Captions, keine reinen Audio-Cues.
Visuelle Redundanz: Klingeltöne für Alerts? Diese müssen visuell (Icon + Text) ergänzt werden.
Lineare Verarbeitung: Ohne Hören fehlen temporäre Hinweise. Alles muss persistent sichtbar sein.
Kombination mit Sehbehinderung (taubblind): Braille/Screenreader + visuelle Klarheit sind essenziell.
Bezug zu barrierefreiem Webdesign
Barrierefreiheit (WCAG 2.1 AA, EN 301 549, BFSG) adressiert genau diese Unterschiede durch ** POUR-Prinzipien** (Wahrnehmbar, Bedienbar, Verständlich, Robust).
| Aspekt | Sehender | Hörender/Schwerhöriger | Barrierefreies Design |
|---|---|---|---|
| Infos codieren | Visuell (Farbe, Icon) | Visuell + Text | Zwei-Sinne-Prinzip: Icon + Text + ARIA-live |
| Navigation | Maus, Scroll | Tastatur, Screenreader | Vollständiger Tastatur-Support, semantisches HTML |
| Multimedia | Audio/Video | Captions, Transkripte | Untertitel, Text-Alternativen |
| Statusmeldungen | Farbe/Blinken | Text + Vibration | ARIA-Status, persistent sichtbar |
Schlüsselstrategie: Redundanz statt visueller Dominanz. Die Informationen sind nie sinnesspezifisch, immer multimodal. Screenreader für Sehbehinderte brauchen semantische Struktur (Headings, Landmarks); Hörbehinderte profitieren von visueller Klarheit + Captions.
Beispiel: „Laden erfolgreich“ nur grünes Icon? Das funktioniert nicht für Blinde (kein Text) und Taube (kein Ton). Fix: Icon + Text „Laden erfolgreich!“ + Screenreader-Ausgabe.
So wird Webdesign inklusiv: Von holistischer Optik zu robuster, sinneübergreifender Architektur – gut für alle Nutzer:innen.
Links zum Thema
Fazit
Sehende scannen holistisch, Hörende brauchen Text und Struktur. Barrierefreies Webdesign überbrückt das durch redundante Codierung (Zwei-Sinnes-Prinzip). POUR-Prinzipien machen Websites für alle wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Inklusive UX ist kein Extra, sondern smarter Standard für BFSG und Conversion-Boost.
Bei amselrehhase entwickeln und prüfen wir barrierefreie Projekte. Buchen Sie uns für barrierefreie Kommunikationsmittel! Schreiben Sie uns eine E‑Mail!
amselrehhase | 20.02.2026
Vereinfachte Zusammenfassung
Sehende schauen auf Farben und Bilder. Hörende brauchen Text und Untertitel. Barrierefrei heißt: Informationen immer sichtbar UND lesbar machen, etwa Icon + Text statt nur Farbe. So funktioniert die Website für alle.



