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Unter­schiede in der Wahrnehmung

Illustration zu unterschiedlicher Wahrnehmung: Auge und Ohr, schwarz auf gelbem Hinterhrund.
Wahrnehmung von Sehenden versus Hörenden im Webdesign: Wie visuelle Scanner und textbasierte Nutzer:innen unterschiedlich wahrnehmen und wie barrierefreies Design durch Zwei-Sinnes-Redundanz alle abdeckt (BFSG/WCAG).
2 Min. Lesezeit

Sehende nehmen Web­sites visuell-holistisch wahr (Layout, Farben, Hier­ar­chie), wäh­rend Hörende (bei­spiels­weise mit Hör­ge­rä­ten) auf klare Struk­tur und Text­qua­li­tät ange­wie­sen sind. Barriere­freiheit gleicht das durch red­un­dante Codie­rung aus.

Wahr­neh­mung bei Sehenden

Sehende scan­nen Web­sites in Sekun­den: Layout, Farben, Bilder und Typo­gra­fie ver­mit­teln Inhalt intuitiv.

  • Domi­nanz visu­el­ler Hier­ar­chie: Über­schrif­ten, Bilder, Farb­codes (grün = OK) leiten den Blick.

  • Par­al­lel­ver­ar­bei­tung: Text + Grafik + Ani­ma­tion werden simul­tan erfasst.

  • Kon­text aus Gestal­tung: Hover-Effekte, Scroll-Animationen signa­li­sie­ren Interaktion.

Pro­blem: Bei Seh­be­hin­de­rung (etwa Tun­nel­blick, Far­ben­blind­heit) kol­la­biert das. Screen­rea­der linea­ri­sie­ren alles zu Textströmen.

Wahr­neh­mung bei Hören­den (Schwerhörige/Taube)

Hör­be­hin­derte nutzen Web­sites primär visu­ell, aber mit Ein­schrän­kun­gen bei akus­ti­schen Elementen.

  • Text + Gebär­den­spra­che prio­ri­sie­ren: Videos brau­chen Untertitel/Captions, keine reinen Audio-Cues.

  • Visu­elle Red­un­danz: Klin­gel­töne für Alerts? Diese müssen visu­ell (Icon + Text) ergänzt werden.

  • Lineare Ver­ar­bei­tung: Ohne Hören fehlen tem­po­räre Hin­weise. Alles muss per­sis­tent sicht­bar sein.

Kom­bi­na­tion mit Seh­be­hin­de­rung (taub­blind): Braille/Screenreader + visu­elle Klar­heit sind essenziell.

Bezug zu bar­rie­re­freiem Webdesign

Barriere­freiheit (WCAG 2.1 AA, EN 301 549, BFSG) adres­siert genau diese Unter­schiede durch ** POUR-Prinzipien** (Wahr­nehm­bar, Bedien­bar, Ver­ständ­lich, Robust).

Ver­gleich von Wahr­neh­mung und bar­rie­re­freiem Design
AspektSehen­derHörender/SchwerhörigerBarriere­freies Design
Infos codie­renVisu­ell (Farbe, Icon)Visu­ell + TextZwei-Sinne-Prinzip: Icon + Text + ARIA-live
Navi­ga­tionMaus, ScrollTas­ta­tur, ScreenreaderVoll­stän­di­ger Tastatur-Support, seman­ti­sches HTML
Mul­ti­me­diaAudio/VideoCap­ti­ons, TranskripteUnter­ti­tel, Text-Alternativen
Sta­tus­mel­dun­genFarbe/BlinkenText + VibrationARIA-Status, per­sis­tent sichtbar

Schlüs­sel­stra­te­gie: Red­un­danz statt visu­el­ler Domi­nanz. Die Infor­ma­tio­nen sind nie sin­nes­spe­zi­fisch, immer mul­ti­mo­dal. Screen­rea­der für Seh­be­hin­derte brau­chen seman­ti­sche Struk­tur (Hea­dings, Land­marks); Hör­be­hin­derte pro­fi­tie­ren von visu­el­ler Klar­heit + Captions.

Bei­spiel: Laden erfolg­reich“ nur grünes Icon? Das funk­tio­niert nicht für Blinde (kein Text) und Taube (kein Ton). Fix: Icon + Text Laden erfolg­reich!“ + Screenreader-Ausgabe.

So wird Web­de­sign inklu­siv: Von holis­ti­scher Optik zu robus­ter, sin­ne­über­grei­fen­der Archi­tek­tur – gut für alle Nutzer:innen.

Links zum Thema

Fazit

Sehende scan­nen holis­tisch, Hörende brau­chen Text und Struk­tur. Barriere­freies Web­de­sign über­brückt das durch red­un­dante Codie­rung (Zwei-Sinnes-Prinzip). POUR-Prinzipien machen Web­sites für alle wahr­nehm­bar, bedien­bar, ver­ständ­lich und robust. Inklu­sive UX ist kein Extra, son­dern smar­ter Stan­dard für BFSG und Conversion-Boost.

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amsel­reh­hase | 20.02.2026

Ver­ein­fachte Zusammenfassung

Sehende schauen auf Farben und Bilder. Hörende brau­chen Text und Unter­ti­tel. Barriere­frei heißt: Infor­ma­tio­nen immer sicht­bar UND lesbar machen, etwa Icon + Text statt nur Farbe. So funk­tio­niert die Web­site für alle.

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