Barriere-Freiheit ist Design
Barrierefrei – aber bitte schön!
Seit 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Damit gehen technische und gestalterische Anforderungen einher. Diese wirken sich auf die Art und Weise, wie wir gestalten, aus und verändern das Design – eine spannende Zeit für Gestalter und Designer.
Wer die Regeln kennt, weiß mit ihnen umzugehen.
Die WCAG formulieren 4 Grundprinzipien:
- Wahrnehmbar: Inhalte und Bedienelemente sollen so gestaltet sein, dass Menschen sie wahrnehmen können.
- Bedienbar: Was auf dem Bildschirm passiert, muss sich zuverlässig steuern lassen – mit Maus, Tastatur, Screenreader oder Touch.
- Verständlich: Sprache, Struktur und Rückmeldungen der Oberfläche sollen klar sein, damit Menschen wissen, wo sie sind und was als Nächstes passiert.
- Robust: Inhalte sollen so konzipiert sein, dass sie in unterschiedlichen Browsern, auf verschiedenen Geräten und mit assistiven Technologien stabil funktionieren.
Barrierefreiheit fängt nicht bei der technischen Umsetzung an, sondern beim Planen und Gestalten der Inhalte. Struktur und Verständlichkeit sind hier gute Kriterien.
Barrierefreie Gestaltung heißt nicht Verzicht auf schöne Gestaltung. Im Gegenteil: Klare Kontraste, gut lesbare Schriften und eine durchdachte Struktur schaffen Ruhe, Orientierung und machen Interfaces oft ästhetischer für alle. Wenn wir Barrierefreiheit von Anfang an als Gestaltungsaufgabe und nicht als Pflichtübung denken, entstehen digitale Produkte, die sowohl technisch zugänglich als auch visuell überzeugend sind. Das ist die Aufgabe und Herausforderung für uns Gestalter:innen und passt hervorragend zu unserem Ansatz “form is function”.
Hat Barrierefreiheit auch Vorteile für mich?
Ja! Barrierefreie Inhalte sind logisch strukturiert und unterlaufen vor ihrer Veröffentlichung einer technischen Kontrolle. Damit ist Schluss mit Wildwuchs und unentschlossenen Gestaltungen. Die Vorteile auf einen Blick:
Barrierefreie Gestaltung ermöglicht Menschen mit Behinderungen die Nutzung und auch älteren Menschen, Personen mit temporären Einschränkungen oder geringer Medienkompetenz. Das bringt eine größere Reichweite und mehr Nutzer!
Klare Struktur, gute Kontraste, verständliche Sprache und logische Navigation verbessern die Nutzerfreundlichkeit insgesamt. Barrierefreiheit ist im Kern gutes UX-Design.
Strukturierte Inhalte, semantisches HTML, Alt-Texte und klare Hierarchien helfen Suchmaschinen beim Verständnis. Barrierefreiheit stärkt indirekt die Sichtbarkeit bei Google und erzielt somit eine bessere SEO-Performance.
Unternehmen zeigen gesellschaftliche Verantwortung (CSR). Inklusion wird zunehmend als Qualitätsmerkmal wahrgenommen. Das poliert das Image.
Sie erreichen mehr potenzielle Kund:innen und haben geringere Supportanfragen durch klarere Nutzerführung.
Digitale Standards (WCAG, EN 301 549) werden zunehmend verpflichtend. Wer frühzeitig umsetzt, spart spätere Kosten.
Durch Gesetze wie das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) und das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) entstehen verbindliche Anforderungen. Barrierefreiheit reduziert Abmahn- und Haftungsrisiken.

Für wen gelten die Anforderungen im BFSG?
Die Anforderungen des BFSG gelten branchenübergreifend für Unternehmen, die bestimmte barrierefreiheitsrelevante Produkte oder Dienstleistungen für Verbraucher anbieten, etwa Hardware, Software und digitale Dienste. Ausnahmen gibt es nur für bestimmte Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen (weniger als 10 Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz). Aber was bedeutet das für unsere Kunden?
Im Prinzip müssen alle digitalen Veröffentlichungen barrierefrei sein, also auch PDFs, die zum Download angeboten werden.
Von optional zu Pflicht und Qualitätsmerkmal
Ursprünglich verstand man Accessibility im Web vor allem als freiwillige Verbesserung, oft getrieben von einzelnen engagierten Entwickler:innen. Heute ist digitale Barrierefreiheit rechtlich verankert, in vielen Branchen verpflichtend und wird zugleich als Teil guter User Experience, Markenverantwortung und Suchmaschinenfreundlichkeit gesehen.
Unser Service
- Wir beraten Sie zu barrierefreien Webseiten und Dokumenten.
- Wir setzen diese auch gerne für Sie um.
- Wir unterstützen Sie bei der Planung und Entwicklung der Inhalte und Formate.
Schreiben Sie uns einfach per E‑Mal an: kontakt@amselrehhase.de
Blog
In unserem Blog schreiben wir über digitale Barrierefreiheit und geben Tipps dazu. Schauen Sie mit uns hinter die Kulissen. Viel Vergnügen beim Lesen! Alle Beiträge finden Sie auf unserer Blog-Seite.
„Die Weiterbildung zum Frontend-Entwickler streichen wir aus dem Portfolio, weil das bald alles die KI macht.“ Dieser Satz klingt modern, ist aber das Gegenteil und eher eine Einladung zur Qualifikationslücke. KI verändert Frontend-Entwicklung, aber sie macht sie nicht überflüssig. Entscheidend wird, wer beides kann: Frontend und KI.
Ein klickbares Beitragsbild ohne Text ist kein Designproblem, sondern ein Accessibility-Fehler. Warum leere Overlay-Links in Elementor gegen WCAG 2.4.4 verstoßen und wie man sie sauber mit aria-label löst.
Wahrnehmung von Sehenden versus Hörenden im Webdesign: Wie visuelle Scanner und textbasierte Nutzer:innen unterschiedlich wahrnehmen und wie barrierefreies Design durch Zwei-Sinnes-Redundanz alle abdeckt (BFSG/WCAG).
Warum wir?
Wir gehen den Weg zur digitalen Barrierefreiheit schon eine Weile, getreu unserem Motto “form is function”. Mit dem Landesprogramm Mentoring, einem Projekt der Berliner Senatsverwaltung, hatten wir 2013 begonnen, das Corporate Design, die Programm-Webseite und Dokumente barrierefrei umzusetzen. Damals kannten wir weder den PAC noch Prüftools für Webseiten. Die IT der Senatsverwaltung fungierte als Prüfstelle. Schritt für Schritt hatten wir uns damals in das für uns neue Thema eingearbeitet und uns inzwischen eine Expertise zu diesem Thema aufgebaut.
Seitdem haben wir in vielen Projekten Erfahrungen sammeln können und Lösungen entwickelt. Digitale Barrierefreiheit liegt uns am Herzen!
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Vereinfachte Zusammenfassung
Barrierefreiheit ist für uns selbstverständlich. Wir entwickeln klare, gut nutzbare Designs nach WCAG und BFSG. Das erleichtert Menschen den Zugang und gibt Unternehmen Sichtbarkeit, Reichweite und Rechtssicherheit.