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Barriere­frei posten?

Eine Frau präsentiert einen Social-Media-Post
Barrierefreie Social-Media-Posts sind kein Trend, sondern Voraussetzung dafür, dass möglichst viele Menschen deine Inhalte nutzen können.
3 Min. Lesezeit

Was du tun kannst

Social Media ist für viele Men­schen der wich­tigste Ort für Infor­ma­tion, Aus­tausch und Netz­werk – gleich­zei­tig schlie­ßen unbe­dachte Posts blinde, seh­be­hin­derte oder kogni­tiv ein­ge­schränkte Men­schen schnell aus. Barriere­freiheit sorgt dafür, dass Inhalte mit Screen­rea­der, Tas­ta­tur, Ver­grö­ße­rungs­soft­ware oder ein­fach auf klei­nen Smartphone-Bildschirmen gut funktionieren.

1. Bilder mit Alt-Text beschreiben

Bilder soll­ten immer einen Alter­na­tiv­text (Alt-Text) erhal­ten, der kurz und kon­kret beschreibt, was zu sehen ist.
Tipps für gute Alt-Texte:

  • Motiv knapp und ver­ständ­lich beschrei­ben, statt Bild“ oder Foto“ zu verwenden.

  • Wich­tige Infor­ma­tio­nen nennen (Text auf einer Grafik, Gestik, Kontext).

  • Auf Emojis, Hash­tags und Links im Alt-Text verzichten.

Die meis­ten Platt­for­men (Insta­gram, Lin­ke­dIn, X, Face­book) bieten eigene Felder für Alt-Texte an, oft in den Erwei­ter­ten Einstellungen“.

2. Les­bare Schrift und Kon­traste nutzen

Text auf Bil­dern oder Slides muss aus­rei­chend groß und klar lesbar sein.
Achte darauf:

  • Genug Kon­trast zwi­schen Schrift und Hin­ter­grund (mit Contrast-Checkern testen).

  • Mög­lichst seri­fen­lose, schlichte Schrift­ar­ten verwenden.

  • Nicht zu viele Schrift­grö­ßen und ‑stile mischen und Blink- und Flacker-Effekte vermeiden.

3. Ver­ständ­li­che, gut struk­tu­rierte Texte schreiben

Barriere­freiheit beginnt beim Schreiben.

  • Kurze Sätze, klare Aus­sa­gen, Absätze für bes­sere Lesbarkeit.

  • Wich­tige Infos nach oben („Top-Loading“ des Textes).

  • Abkür­zun­gen und Fach­wör­ter erklä­ren oder spar­sam verwenden.

Bei kom­ple­xen Themen kann eine Ver­sion in ein­fa­cher Spra­che oder eine kurze Zusam­men­fas­sung vielen Nutzer*innen helfen.

4. Hash­tags und Emojis barriere­frei einsetzen 

Hash­tags und Emojis können Screen­rea­der stören, wenn sie über­mä­ßig oder unle­ser­lich ein­ge­setzt werden.

  • Hash­tags in Camel­Case schrei­ben: #Digi­tale­Bar­rie­re­frei­heit statt #digi­tale­bar­rie­re­frei­heit.

  • Nicht zu viele Hash­tags in den Fließ­text packen, lieber ans Ende des Posts.

  • Emojis spar­sam ein­set­zen und nicht mitten in Wör­tern oder Sätzen einbauen.

So bleibt der Text auch für Screen­rea­der sinn­voll verständlich.

5. Videos und Audio-Angebote zugäng­lich machen 

Videos sind beson­ders schnell aus­schlie­ßend, wenn Unter­ti­tel und Alter­na­ti­ven fehlen.

  • Unter­ti­tel für Reels, Sto­ries und andere Videos anbie­ten, auto­ma­tisch erzeugt und geprüft oder manuell.

  • Wich­tige Infos nicht nur visu­ell, son­dern auch hörbar ver­mit­teln (z. B. Text im Bild zusätz­lich vorlesen).

  • Für län­gere Videos oder reine Audio­for­mate (Pod­casts, Sprach­nach­rich­ten) kurze Tran­skripte oder Inhalts­zu­sam­men­fas­sun­gen bereitstellen.

6. Links und Calls-to-Action clever gestalten

Links soll­ten klar benenn­bar und ein­fach auf­find­bar sein.

  • Deut­lich machen, wohin ein Link führt (z. B. Zum aus­führ­li­chen Leit­fa­den auf meiner Web­site“ statt hier“).

  • Bei meh­re­ren Links im Profil den wich­tigs­ten zuerst nennen (z. B. im Linktree).

  • Call-to-Action im Text klar for­mu­lie­ren (z. B. Lies den Blog­ar­ti­kel mit allen Tipps“).

7. An ver­schie­dene Ziel­grup­pen denken – und Feed­back einholen

Nie­mand kann alle Bar­rie­ren allein sehen. Das Feed­back von Betrof­fe­nen ist daher beson­ders wertvoll.

  • Men­schen mit Behin­de­rung kon­kret fragen, wie sie deine Posts erleben.

  • Hin­weise ernst nehmen und kon­ti­nu­ier­lich Ver­bes­se­run­gen einbauen.

  • Eigene Rou­ti­nen ent­wi­ckeln, am besten mit einer Check­liste für jeden neuen Post.

Kurze Praxis-Checkliste

Vor dem Ver­öf­fent­li­chen kannst du dir diese Fragen stellen:

  • Habe ich für Bilder aus­sa­ge­kräf­tige Alt-Texte geschrieben?

  • Sind Schrift und Kon­traste gut lesbar – auch am Smartphone?

  • Ist mein Text klar struk­tu­riert, ohne Hashtag-Chaos mitten im Satz?

  • Haben Videos Unter­ti­tel oder eine Alternative?

  • Sind Hash­tags lesbar (#Social­Me­dia­Bar­rie­re­frei) und Emojis sinn­voll dosiert?

Wenn du die meis­ten Punkte mit Ja“ beant­wor­ten kannst, bist du auf dem rich­ti­gen Weg zu wirk­lich bar­rie­re­freien Social-Media-Posts.

amsel­reh­hase | 18.03.2026

Ver­ein­fachte Zusammenfassung

In meinem Text geht es darum, wie du Social Media barriere­frei machst. Barriere­frei heißt: Alle Men­schen können deine Bei­träge gut sehen, hören und ver­ste­hen. Du lernst ein­fa­che Schritte, etwa klare Spra­che, gute Schrift, Alt-Text für Bilder und Unter­ti­tel für Videos. So schließt du nie­man­den aus und mehr Men­schen können deinen Con­tent nutzen.

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