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100 beste Plakate

Text "100 beste Plakate d A CH" auf gelbem Hintergrund
100 ausgezeichnete Plakate, überraschende Animationen und jede Menge Inspiration. Warum ich die Ausstellung jedem Designfan ans Herz lege.
4 Min. Lesezeit

Die besten Pla­kate aus Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz

In Berlin waren die hun­dert besten Pla­kate und Pla­kat­se­rien aus Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz zu sehen, zum 25. Mal. Über 2.200 Arbei­ten wurden ein­ge­reicht, hun­dert aus­ge­wählt. Das Ergeb­nis ist keine Aus­stel­lung über Wer­bung. Es ist eine Aus­stel­lung über Ideen.

Und gute Ideen altern erstaun­lich langsam.

Ein Plakat kann mehr als informieren

Wer glaubt, ein Plakat müsse haupt­säch­lich lesbar sein, war ver­mut­lich noch nie auf einer Plakatausstellung.

Hier geht es nicht darum, mög­lichst schnell zu ver­mit­teln, dass der Floh­markt am Sams­tag um zehn beginnt. Hier geht es um Hal­tung. Um Typo­gra­fie. Um Kom­po­si­tion. Um den einen Gedan­ken, der aus einer Wand voller Pla­kate genau dieses eine heraushebt.

Einige Arbei­ten sind laut.

Andere flüs­tern.

Und manche schauen einen ein­fach nur an, bis man irgend­wann zurückschaut.

Plötz­lich bewegt sich Papier

Mit einer App ließen sich ein­zelne Motive in Bewe­gung ver­set­zen. Ele­mente began­nen zu tanzen, Bilder bauten sich auf und ver­schwan­den, obwohl das Papier völlig still an der Wand hing.

Das wirkte teil­weise unnö­tig und Extra. Es fühlte sich viel­mehr so an, als würde das Plakat heute genau dort wei­ter­ma­chen, wo seine Erfin­der vor hun­dert Jahren hätten wei­ter­ma­chen wollen – wenn sie die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten gehabt hätten.

Print lebt. Man muss ihm nur gele­gent­lich ein Smart­phone hinhalten.

Zwei Pla­kate, die ich am liebs­ten mit­ge­nom­men hätte

Mein erster Favo­rit ist das Plakat für das Haus Schwar­zen­berg von Hen­ning Wagen­breth (Sieb­druck: Lézard Gra­phi­que). Das farb­in­ten­sive Plakat besitzt genau diese Ber­li­ner Mischung aus Eigen­sinn, Charme und einem leich­ten Des­in­ter­esse daran, jedem gefal­len zu wollen. Das lie­bens­werte Geschöpf und die vielen klei­nen und großen Ent­de­ckun­gen auf dem Papier haben mein Herz sofort erobert.

Mein zwei­ter Favo­rit ist das Plakat TURANDOT für das von Clau­dia­ba­sel Thea­ter Basel. Manche Pla­kate erzäh­len eine Geschichte. Diese erzäh­len gleich meh­rere. Und das mit einer gestal­te­ri­schen Ruhe, die beein­dru­cken­der ist als jede visu­elle Effekt­ha­sche­rei. Mich haben das hyp­no­ti­sche Gold, die opu­len­ten Struk­tu­ren und der ver­schwen­de­ri­sche Umgang mit Raum in den Bann gezo­gen. So schöne Seri­fen­let­tern so groß genie­ßen zu dürfen, war mir eine Freude. Ebenso das Spiel der Schrift­grö­ßen. Zu der haupt­säch­lich seri­fen­lo­sen und gleich­för­mi­ge­ren digi­ta­len Welt war das eine erhol­same Abwechs­lung für mich. 

Es gab viele schöne Pla­kate und Inter­es­sante Serien zu bewun­dern, aber diese beiden sta­chen für mich heraus. 

Es sind Arbei­ten wie diese, die mich daran erin­nern, dass Gra­fik­de­sign eben nicht nur hübsch aus­se­hen muss. Es darf über­ra­schen. Irri­tie­ren. Neu­gie­rig machen.

zwei Plakate nebeneinander. Links für Haus Schwarzenberg und rechts Turantot

Ein Wort zu Accessibility

Natür­lich.

Wäh­rend andere Besu­cher Farben und Typo­gra­fie betrach­ten, denke ich irgend­wann auto­ma­tisch: Das Kon­trast­ver­hält­nis dürfte für einige Betrach­ter schwie­rig werden.”

Tat­säch­lich gab es einige Pla­kate, deren Texte nach den WCAG kein grünes Licht erhal­ten würden. Geringe Kon­traste, feine Schrif­ten, bewusst redu­zierte Lesbarkeit.

Das fand ich eigent­lich schade. Mit Les­bar­keit spie­len und Neu­gierde wecken – kein Pro­blem. Das kit­zelt uns und macht Spaß. Kon­traste für Farben, Formen und Raum zuzu­spit­zen und unbe­quem zu prä­sen­tie­ren ist oft mehr als ange­mes­sen. Aber mir kam es so vor, als ob zu viele Gestalter*innen sich wenig Gedan­ken um Barriere­freiheit machen. Das ver­gibt Chan­cen und wirkt auf mich lieb­los. Das geht besser!

Warum ich solche Aus­stel­lun­gen liebe

Ich ver­lasse diese Aus­stel­lung mit dem Wunsch, mehr Wände für schöne Pla­kate zu haben.

Und mit dem Wunsch, wieder muti­ger zu gestalten.

Mehr aus­zu­pro­bie­ren.

Weni­ger nach Kon­ven­tio­nen zu suchen.

Und viel­leicht auch wieder häu­fi­ger eine Idee zu ver­fol­gen, nur weil sie gut ist – nicht weil sie bereits im Sty­le­guide steht.

Wenn Gestal­tung Kunst wird, darf sie Fragen stel­len. Und wenn man Glück hat, nimmt man ein paar davon mit nach Hause. 

Auf die nächste Aus­stel­lung freue ich mich schon.

Den Aus­stel­lungs­ka­ta­log gibt es im hesing-shop.

Digi­tale Barriere­freiheit mit amselrehhase

Bei amsel­reh­hase beschäf­ti­gen wir uns mit:

  • bar­rie­re­freiem Webdesign
  • WCAG-konformer Gestal­tung
  • Accessibility-Checks
  • bar­rie­re­freien PDFs
  • Typo­gra­fie & Lesbarkeit
  • Schu­lun­gen rund um digi­tale Barrierefreiheit

Denn gutes Design sollte nicht nur schön aussehen.

Es sollte funktionieren.

amsel­reh­hase | 05.07.2026

Wir ent­wi­ckeln und prüfen bar­rie­re­freie Pro­jekte. Buchen Sie uns für bar­rie­re­freie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel! Schrei­ben Sie uns eine E‑Mail!

Ver­ein­fachte Zusammenfassung

Ich habe die Aus­stel­lung 100 beste Pla­kate D·A·CH“ in Berlin besucht. Dort werden die besten Pla­kate aus Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz gezeigt. Beson­ders gefal­len haben mir die Pla­kate für das Haus Schwar­zen­berg und die Serie TURANDOT für das Thea­ter Basel. Einige Pla­kate konn­ten mit einer App sogar ani­miert werden. Die Aus­stel­lung zeigt, wie krea­tiv und viel­fäl­tig gutes Gra­fik­de­sign sein kann.

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